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Blues im Osten der Stadt
Sie kam in das Lokal auf der Ostseite der Stadt
Und wurde von einer schwesterlichen Freundin
an den Tresen gesetzt.
Zugegeben: Sie wollte an diesem Abend nicht ausgehen,
weil sie zu der Zeit dann meist nicht mehr nach Hause wollte.
Weil sie aber dort war, bestellte sie sich ein Getränk
mit viel Eis um sich in ihm ab und zu
die von der Hitze geschwollenen
Fingerkuppen zu kühlen.
Es kamen zunächst gegen die Erwartung der frühen Stunde
nicht mehr Gäste als schon da waren.
An zwei kleinen, runden Tischen saßen einige Männer und besprachen Männerdinge.
Sie fragte sich, ob sie sich langweilten wie sie und blickte einen kurzweiligen Moment in
ihre Runde. Dann bestellte sie beim Barmann ein Chilli.
Ihr angeschlagenes Menschsein versuchte sie durch äußere Ruhe und Abwarten zu schützen.
Dann sah sie im Spiegel, dass das sehr kühl wirkte.
Die freundliche Schwester unterhielt sich mit einer Kollegin, die sie zum Kotzen fand, -
aber das wußte die schon und der Aspahlt der B 75 wurde dadurch auch nicht besser.
Höflich sein ist eine Idee. Sie fragte den Keeper, was er trinken wolle. Der winkte ab und
legte Joni Mitchell auf. Keine Lust auf Dramolett. Den liebenswerten Hänger hatte sie auch
schon in ihrem Badezimmer gesehen.
Dann kam ein Freund in Begleitung von zwei weiteren Männern zur Tür herein.
Triade Tollkühn, tolle Typen. Auf der Ostseite dieser Stadt ist man bescheiden.
Einen kannte sie nicht. Der trug eine zarte Tolle von siebzehn Zentimetern und dachte noch über die achtziger nach.
Sie wanderte zu ihren Visionen über
eine gelebte Nacht und spürte schon die Müdigkeit
von übermorgen und danach.
Alle menschlichen Imperative überfielen sie mit einer leichten Gier.
Jemand belügt dich, wenn er meint, dass das anonyme Geräusch vom Durchblättern
seines Terminkalenders dir einen tiefen Schlaf bereiten kann. Die Leichen in ihrem
Telefonregister aber, die belogen sie nicht.
In dieser Stimmung macht man sich selbst wenig Spaß.
Einer mit einem Knopf im Ohr setzte sich an ihre Seite und fragte nach dem Chilli.
Dann sprach er von echtem Jazz, der ihr damals noch den Kopf zersauste. Dann wollte er ihr
gleich seine Trompete schenken.
Er roch wie ein Variete-Künstler und schien zwischen Travesty und Zauberei
zu wohnen. "Auf die Einheit", sagte er und damals fanden das fast alle gut.
Am Anfang finden immer alle alles gut.
Wie er so auf sie einredete fängt sie noch mal an.
Am Anfang. Das Alpha fängt damit an, weswegen es vorne steht.
Das A ist der offenste Laut.
A-Laut, A-Laut.
Lauter A-Laut.
Leiser A-Laut.
Lauter A-Laute.
Das Beth steht im Beet und ist nur der zweite.
Die Reihenfolge: so fest, nur im Gebrauch ein wenig variable.
Post hoc ergo propter hoc:
Also nachher und nicht daher.
Der Knopfträger sprach jetzt vom Koffer packen.
Nacher: Nach den ersten beiden
- Trotzdem heißt die Menschheit deswegen nicht ADAMEVA,
- Sondern fängt auch nicht mit A an.
ADAMEVA fängt mit A an.
- VA macht den Schluß und hört auch damit auf.
- Allerdings nur ein A in Homo Sapiens.
Warum will der seine Koffer so voll packen? Fragt sie sich nebenbei.
Und: Draußen sein ist gut, wenn man wieder reinkommen kann.
Er hat kristallgrüne Augen, da ist schon fast alles drin.
Vielleicht ist das seine schönste Macke. Das sagte sie nicht, als sie ihm erst mal so
ihre Hand in seine legte.
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