b u d_r o s e


Über Dächern.

Ich saß in der Wohnung, hoch oben, über den Dächern. Der Tag war ganz grau. Unten auf der Straße, konnte ich die Autos hören. Drüben, auf der anderen Seite, ging ein Licht in einer Wohnung an. Man kam nach hause. Oder man suchte etwas. Vielleicht wollte man lesen. Ich schaute aus dem Fenster und versuchte zu ergründen, was es sei. Nach einer Zeit verlor ich das Interesse. Da hinten, in dem Betonklotz, stand jemand auf dem Balkon und schüttelte einen großen Fetzen Stoff aus. Den Staub konnte ich nicht sehen. Ein Auto hupte. Dann ein anderes. Es war später Nachmittag im Januar. Schnee lag nicht. Es war kalt. Morgen, würde sie zu mir kommen und bis übermorgen bleiben. Wir würden zusammen etwas kochen uns dabei lebhaft unterhalten und mit einer guten Flasche Wein, das Mahl adeln. Irgendwann, wenn wir noch nicht zu betrunken wären, gestände ich ihr, ich sei in sie verliebt. Dann stände ich auf, ginge um den Tisch herum zu ihr, und würde sie küssen. Scheu, küsste ich sie. Und sie, würde es mögen. Dann verführten wir uns und suchten für Augenblicke warme Geborgenheit im Andern. Aber das war morgen. Und heute schaute ich über die Dächer der Stadt, auf die sich das Dunkel senkte. Verglichen mit vielen, ging es mir gut.

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