c h r i s t i a n_b e r n h a r d t


Auszug aus dem Roman tagelang
Erscheint Anfang März im Liebeskind Verlag

Einige Male hatte ich ihr bei der Verwendung der Körpermilch zugesehen, bei dem Aufstreichen der Milch auf ihre Haut, bei der Pflege ihres Körpers. Ihre nackte Haut bestrich sie sanft mit der pflegenden Milch, begonnen mit der linken Wade, und die aufgetragene Körpermilch wurde von der Haut ihrer Wade gleich aufgesogen. Der warme Wasserdampf senkte sich und legte sich auf die weißen hoch gekachelten Wände des Bades im Reihenhaus, die bereits feucht waren und bedeckt mit Wassertropfen. Sie stand neben der leeren Badewanne, abgetrocknet mit nackter Haut, ein Fuß auf die Kante der Wanne gesetzt, rötlich schimmerte die warme weiße Haut ihres Oberschenkels. Draußen war die Luft um die Reihenhausanlage frostig, die kurzen Rasenflächen vor den Häusern waren mit weißen Reifkristallen bedeckt, und der Boden unter dem Rasen war wahrscheinlich hart gefroren. Sie hatte das blickdichte Fenster des Bades schräg gestellt, und durch den schiefen Spalt zwischen Fenster und Rahmen strömte kalte Luft. Ihre erhitzte Haut dampfte in der sich abkühlenden Luft des Bades. Mit zwei Fingerbewegungen schraubte sie die Kappe der Plastikflasche, der weißen Hautmilchflasche ab, die bedruckt war mit einem großen blassblauen Schriftzug und mit kleiner dunkelblauer Schrift, mit zwei Fingern, und einer langsamen Bewegung ihres nackten Oberkörpers legt sie die gelöste Kappe beiseite. In ihre geöffnete Handfläche ließ sie eine kleine Menge der weißen Körpermilch laufen, indem sie leicht auf den Plastikkörper der Flasche drückte, eine weiße abgerundete Pfütze Hautmilch bildete sich in ihrer Hand. Sie bewegte die Hand mit der Hautmilch vorbei an ihrem Oberschenkel unter ihre Kniekehle und etwas tiefer und bestrich ihre linke Wade als ersten Abschnitt ihres Körpers.

Die empfindliche Haut wird weich und zart.
Noch weicher als sie schon ist?
Weich, glatt und parfümiert duftend.
Auch ich mag weiche Haut.
Aber bitte nur meine.

Leider schmeckt die pflegende und angenehm riechende Körpermilch eher schlecht, noch nicht einmal mäßig, sie bleibt im Geschmack ungenießbar, und diese unangenehme Eigenschaft hatte bislang noch jedes ihrer glättenden oder straffenden hautpflegenden Mittel. Die üble Geschmackserfahrung machte ich einige Male, an manchen Tagen, an denen ich sie küsste, und ihre Haut küsste, dann schmeckte ich die Mischung, schmeckte den Geschmack, arglos versunken in der Konzentration auf die bewegte Muskulatur meiner Zunge, schmeckte den bitter-seifigen Geschmack der Körpermilch auf der Oberfläche ihrer Haut.

Copyright Liebeskind Verlag 2004

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