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Was ganz Besonderes, aber.
Wenn es überhaupt klingelt, dann klingelt mein Telefon nach gewissen Aktivitäten meist in einer Frequenz, so dass sofort alle Warnsysteme angehen: Obacht! Alarm! Hier kommt ein Hammer.
Mein Opfer von letzter Nacht ist am Apparat. Nur ist es leider vom Opfer zum Täter herangereift in den letzten Stunden.
Der Rausch von letzter Nacht ist vorbei, der Alkoholnebel verflüchtigt sich. Herzlich willkommen, Sie befinden sich im Sturzflug zurück in die Realität, und da Sie noch nie irgendwo landen konnten, werden Sie sich auch dieses Mal wieder gehörig Ihr Herz brechen.
Es klingelt und er ist es also. Seine Stimme klingt nicht mehr nach Samt, als er fragt:
"Na? Wie geht's Dir?"
Ich versuche, so unbeschwert zu klingen, wie die letzten zehn Telefonate.
"Och super. Bisschen müde vielleicht. Und Du so?"
Lalala. Unbeschwert, Stimme! Sei unbeschwert! Schön locker klingen!
Und er wieder:
"Naja, ganz okay. Äh, wegen gestern Nacht... also, ich glaube, ich... also, es ist nicht so, wie Du vielleicht denkst."
Blablabla. Ich höre nicht zu, denn ich muss mal kurz überlegen, wie oft ich diese Art von Dialogen schon führen musste. Beziehungsweise wie oft mir die schon aus der Hand geglitten sind. Dreimal im letzten Dreivierteljahr? Nein. Viermal. Chapeau, Mademoiselle. Nicht schlecht für Sie.
"Schon okay, mir geht's prächtig"
Du Arsch!
"Nein nein, ich hab kein Problem damit."
Eingebildetes Stück Scheiße!
"Wirklich nicht, mach Dir keine Sorgen."
Doch! Bitte! Komm sofort vorbei und rette mich, denn ich stehe schon auf dem Fensterbrett.
"Natürlich geht es mir gut."
Was denkt der sich? Dass ich auf dem Fensterbrett stehe und mich runterstürze? Der hat sie doch nicht mehr alle!
"Meine Stimme? Wieso, was ist mit ihr?"
Sie zittert. Total. Sie rauscht von den Tränen, die sie runterschlucken muss.
"Wie, Du dachtest, ich würde mehr wollen?"
Ups, hat man das so gemerkt? Ehe, ich wollte ihn doch nur ein bisschen heiraten. Ich wollte ihm doch nur alles geben, was ich geben kann. Ich wollte doch nur allen zeigen, dass dieser Mann mein Mann ist, dass er schön ist und intelligent und reich und gut und charmant und lustig. Ich wollte ihm meine Welt zeigen, und ich wollte ein bisschen in seiner Welt herumreisen.
Moment, was hatter grade gesagt? Wie bitte?
"Du bist etwas ganz Besonderes, aber..."
Aber. Aber was? Ich bin etwas ganz Besonders, aber schlecht im Bett? So toll nu auch wieder nicht? Nicht Dein Kaliber? Deiner Mutter zu ähnlich? Zu dumm? Zu schlau? Was?
Ich bin etwas ganz Besonderes, aber leider nicht für Dich. Leider nichts für Dich.
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