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Amateure
Als Amateure bezeichnet man Leute, die etwas gern tun. Der Ausdruck wird manchmal abwertend verwendet. Ich habe das Glück, an einer Straße zu wohnen, wo manchmal so spektakuläre Sachen passieren, dass ich eigentlich gerne einen Haken und ein Seil an der Wand befestigen würde, um mich weiter aus dem Fenster lehnen zu können. Aber einmal wurde der Polizei schon das bloße Herausstrecken meines Kopfes zuviel, und man hat mich per Megaphon aufgefordert, den Kopf wieder in die Wohnung zurückzuziehen, das Fenster zu schließen und mich nicht in seiner Nähe aufzuhalten. Grund war eine Bombe in einem Postauto direkt vor meiner Haustür, die jeden Moment detonieren konnte. Ich habe den Anweisungen der Ordnungshüter nicht Folge geleistet. Erstens weil ich wollte, dass, wenn die Bombe hochgeht, ich es wenigstens sehe, und zweitens dachte ich, dass man eh tot ist, wenn man drei Stockwerke runterfällt und drei Stockwerke auf einen drauffallen, egal, ob der Kopf dann gerade aus dem Fenster ragt oder nicht. Also habe ich gesehen, wie Passanten weggeschickt und Fenstergucker zur Ordnung gerufen wurden, und wie sich mehrere Male ein wie ein schwarzer Imker oder ein vorsintflutlicher Taucher aussehender Mann, in der Hand einen komischen Kasten, gespenstisch langsam auf das Postauto zu bewegt hat, dessen Inhalt auf der Straße herumlag. Er hat wohl festgestellt, dass gar keine Bombe da ist, denn die Straßensperrung wurde aufgehoben und die Polizisten haben aufgehört zu versuchen, mich von meinem Fenster wegzuschimpfen. Aber da war ich sowieso nicht mehr, ich hatte längst meine Kamera und alle Objektive eingesteckt, um das Spektakel aus der Nähe festzuhalten. Unten waren schon ganz viele Journalisten, und der eine hat laut vernehmlich gesagt; "Igitt, jetzt kriechen hier schon die Amateure herum." Ich war so empört, dass ich gar nicht erst auf die Idee gekommen bin zu sagen "Anwohner, junger Mann, das heißt Anwohner, nicht Amateur!", sondern zurückgepöbelt habe, Amateur käme von amare, lieben, und es sei ja wohl eindeutig besser, etwas aus Liebe zu tun als für Geld, und konnte es mir gerade noch verkneifen, "Du Nutte" zu ihm zu sagen, aber da hatte er auch schon wieder das Wort ergriffen und sagte, "Jetzt müssen die dummen Amateure auch noch intellektuell tun.", worauf ich erwidert habe, wenn ihm das lieber wäre, könnte ich ihm auch ein Paar reinhauen. Seine Antwort war "Nein, ich habe eine Brille auf." Seitdem weiß ich, dass ich ein Amateur bin, und ich bin auch ganz froh darüber, wenn man vom Profisein so verkrampft wird wie der.
Am nächsten Morgen stand in der Zeitung, dass ein per Post verschicktes Päckchen Streichhölzer sich selbst entzündet hatte, was in den Zeiten von Milzbrandversendung in Briefen und internationaler Angstmache vor dem Terrorismus natürlich für Furore gesorgt hat. Dazu fällt mir noch ein toller Witz ein:
Kommt ein Biowaffenhändler zum Arzt. Sagt der Arzt. "Was fehlt ihnen denn?" Sagt der Biowaffenhändler: "Milzbrand, Tuberkulose und Pest."
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